Dominantes Auge bestimmen

Bevor du am Griff, Stand oder Wurf schraubst, solltest du eine grundlegende Frage klären: Über welches Auge zielst du eigentlich?

Inhaltsverzeichnis

Was ist das dominante Auge?

Genau wie du eine dominante Hand hast (Rechts- oder Linkshänder), hat dein Gehirn ein bevorzugtes Auge. Dieses Auge liefert das Hauptbild, nach dem dein Gehirn räumliche Positionen berechnet. Das andere Auge ergänzt das Bild, ist aber beim Zielen zweitrangig.

Bei den meisten Menschen ist das dominante Auge auf derselben Seite wie die dominante Hand: Rechtshänder haben oft ein dominantes rechtes Auge. Aber nicht immer – und genau das macht den Unterschied.


Warum ist es beim Dart wichtig?

Beim Dart zielst du auf ein kleines Feld in 2,37 m Entfernung. Dein dominantes Auge bestimmt, wo du das Ziel wahrnimmst. Wenn dein Wurfarm und dein dominantes Auge nicht auf derselben Seite liegen (Kreuzdominanz), kann der Dart systematisch neben dem Ziel landen – obwohl der Wurf sich richtig anfühlt.


Test: Dominantes Auge bestimmen

  1. Strecke einen Arm aus und zeige mit dem Zeigefinger auf einen entfernten Punkt (z. B. eine Türklinke). Beide Augen sind offen.
  2. Schließe das rechte Auge. Bleibt dein Finger auf dem Punkt? Dann ist dein linkes Auge dominant.
  3. Öffne beide Augen, dann schließe das linke Auge. Bleibt der Finger auf dem Punkt? Dann ist dein rechtes Auge dominant.
  4. Springt der Finger bei beiden Varianten – kein eindeutiges Ergebnis (siehe unten).

Rechtes Auge + Rechtshänder

Das ist der einfachste Fall: Dein dominantes Auge und deine Wurfhand sind auf derselben Seite. Dein Auge, der Dart und das Ziel liegen in einer natürlichen Linie. Du musst nichts Besonderes beachten – fokussiere das Ziel und wirf.


Kreuzdominanz: linkes Auge + Rechtshänder

Bei Kreuzdominanz liegt dein führendes Auge auf der gegenüberliegenden Seite der Wurfhand. Das bedeutet: Dein Gehirn zielt über das linke Auge, aber der Arm wirft von rechts. Der Dart kann systematisch nach links abweichen.

Was hilft:

  • Kopf leicht drehen: Positioniere deinen Kopf so, dass das dominante Auge hinter dem Dart liegt. Viele kreuzdominante Spieler drehen den Kopf leicht zur Wurfhand-Seite.
  • Dart vor das dominante Auge bringen: Statt den Dart vor das Auge der Wurfhand zu halten, bring ihn leicht zur Mitte – vor das dominante Auge.
  • Nicht das Auge schließen: Ein geschlossenes Auge nimmt dir das räumliche Sehen. Lieber die Kopfposition anpassen.

Kein eindeutiges Ergebnis

Manche Menschen haben keine klare Augendominanz. Das ist kein Nachteil – es bedeutet, dass beide Augen ähnlich stark beitragen. Ziele in dem Fall einfach mit beiden Augen offen und vertraue auf dein Gefühl. Viele Spieler ohne eindeutige Dominanz haben damit kein Problem.


Tipps für die Praxis

  • Mach den Test vor dem Technik-Training – nicht danach. Die Info beeinflusst, wie du stehen und zielen solltest.
  • Wenn deine Darts konstant auf eine Seite abdriften, prüfe deine Augendominanz, bevor du am Wurf änderst.
  • Ändere nie gleichzeitig Stand, Griff und Kopfposition. Teste eine Sache nach der anderen.
  • Profis wie Kim Huybrechts und Mensur Suljovic haben Kreuzdominanz und kompensieren über die Kopfhaltung.

FAQ

Wie finde ich mein dominantes Auge?

Zeige mit dem Finger auf einen entfernten Punkt, beide Augen offen. Schließe abwechselnd ein Auge. Das Auge, bei dem der Finger auf dem Punkt bleibt, ist dein dominantes Auge.

Ist Kreuzdominanz ein Problem?

Nicht zwingend. Viele erfolgreiche Spieler haben Kreuzdominanz. Wichtig ist, dass du deinen Kopf so positionierst, dass das dominante Auge in der Wurflinie liegt. Manche drehen den Kopf leicht.

Soll ich mit beiden Augen offen werfen?

Ja, die meisten Profis werfen mit beiden Augen offen. Das gibt ein besseres Raumgefühl. Nur wenn du Probleme mit Doppelbildern hast, kann ein geschlossenes Auge helfen.